Grundschutz-MethodeIT-Grundschutz · Grundschutz++ · BSI-Standard 300-1

ISO 27001 auf Basis von Grundschutz++

Audit und Zertifizierung

Was ab 2027 geprüft wird, was schon feststeht und was noch offen ist. Aus der Praxis eines BSI-zertifizierten Auditteamleiters.

Stand

Zertifizierung ab 2027

Laut Meilensteinplan des BSI können Zertifizierungsanträge für ISO 27001 auf Basis von Grundschutz++ ab dem 01.01.2027 gestellt werden. Ein Prüf- und Zertifizierungsschema für Grundschutz++ hatte das BSI am 26.10.2026 noch nicht veröffentlicht. Die geltende Prüfgrundlage und die Auditierungsschemata beziehen sich weiterhin auf das IT-Grundschutz-Kompendium.

Für bestehende Auditteamleiter und IT-Grundschutz-Berater kündigt das BSI Fortbildungen ab dem ersten Quartal 2027 an. Meilensteinplan beim BSI →

Dokumente

Zertifizierung und Audit: was steht, was fehlt

Dokument oder VerfahrenStand 27.10.2026
BSI-Standard 300-1 (Methodik)veröffentlicht Version 1.0, Zielgruppe Early Adopters
Anwenderkatalog in der Stand-der-Technik-Bibliothekveröffentlicht laufende Builds, Abgleich mit dem Standard offen
Zertifizierungsanträge ISO 27001 auf Basis GS++ab 01.01.2027
Personenzertifizierung GS++-Berater und GS++-Auditteamleiterab 01.01.2027 Fortbildung für bestehende Zertifikatsinhaber ab Q1 2027
Schulungskonzepte GS++-Praktiker und GS++-Berater30.11.2026
Anwendungsbeispiel „BDIT“Dezember 2026
Konzept zur Leistungsmessung, Kennzahlen je Praktik26.02. und 31.03.2027
Zertifizierungsschema und Auditierungsschema für GS++offen bestehende Schemata beziehen sich auf das Kompendium
Testat unterhalb der Zertifizierungoffen siehe WiBA und Testat
Nachfolger BSI-Standard 200-3nicht angekündigt Risikobetrachtung in 300-1, Anhang 3

Für Auditoren ist das Auditierungsschema die zentrale Lücke: Es legt fest, wie Stichproben gezogen, Abweichungen bewertet und Berichte aufgebaut werden. Bis es vorliegt, sollten Early Adopters ihre Nachweise so führen, dass sie sich jeder Anforderung des Anwenderkatalogs eindeutig zuordnen lassen.

Prüfpunkte

Worauf Auditoren achten werden

Aus dem Standard selbst lassen sich die Schwerpunkte künftiger Audits ableiten:

  • Methodik als Anforderung: Die fünf Prozessschritte sind selbst prüfbare Anforderungen, verpflichtend für jeden Informationsverbund.
  • Geschäftsprozesse: Dokumentation, Schutzbedarf und die Herleitung der Assets.
  • Anforderungspaket: Zuordnung der Zielobjektkategorien einschließlich der Elternknoten, gewählte Blaupausen mit Version.
  • Parameter: Wie wurde „regelmäßig“ und Ähnliches konkretisiert, und ist das angemessen?
  • MUSS-Anforderungen: Hier gibt es keinen Ermessensspielraum.
  • Risikomethode: Abdeckung der 35 Mindestkriterien aus Anhang 3.
  • Nachweise: Bei Werkzeugen und Scans zählen Tool, Zeitpunkt und Ergebnis.
Offene Punkte

Noch nicht entschieden

Version 1.0 richtet sich an Early Adopters. Einige Fragen sind offen, etwa die Ausgestaltung der Leistungsbewertung nach Kapitel 5.1, für die das BSI Konzepte für 2027 angekündigt hat, und die Abstimmung zwischen Anwenderkatalog und Standard. Die Fachdiskussion dazu läuft öffentlich in der Stand-der-Technik-Bibliothek.

Wir setzen uns in der ISACA-Fachgruppe Informationssicherheit und im TeleTrusT-Arbeitskreis „Stand der Technik“ für einheitliche Prüfmaßstäbe ein.

ATM Consulting

Audit aus erster Hand

Erik Gremeyer ist vom BSI zertifizierter Auditteamleiter für ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz, ISO/IEC 27001 Lead Auditor, CISA und CISM. ATM Consulting führt Audits nach IT-Grundschutz und ISO 27001 durch und begleitet Organisationen bei der Vorbereitung. Beratung und Prüfung trennen wir dabei strikt.

Umstieg planen, Audit vorbereiten, Team qualifizieren.

Erstgespräch mit Erik Gremeyer, BSI-zertifizierter Auditteamleiter für ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz. Schreiben Sie an info@atm-consulting.com.