Grundschutz-MethodeIT-Grundschutz · Grundschutz++ · BSI-Standard 300-1

Vom IT-Grundschutz zu Grundschutz++

Umstieg planen

Der klassische IT-Grundschutz bleibt bis zum 30.11.2031 zertifizierbar. Wann der Wechsel für Sie passt, hängt von Ihrem Zertifizierungszyklus und vom Reifegrad Ihrer Prozessdokumentation ab.

Vergleich

Was sich ändert

ThemaIT-Grundschutz (200-x)Grundschutz++ (300-1)
AusgangspunktZielobjekte, Modellierung mit BausteinenGeschäftsprozesse und ihre Assets
Schutzbedarfnormal, hoch, sehr hochnormal oder hoch, je Geschäftsprozess
VorgehensweiseBasis-, Kern- oder Standard-Absicherungentfällt; Sicherheitsniveau normal-SdT oder erhöht
AnforderungenIT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)Anwenderkatalog der Stand-der-Technik-Bibliothek, OSCAL
RisikoanalyseBSI-Standard 200-3Methode frei wählbar, 35 Mindestkriterien (Anhang 3)
Gruppenbildunggeregelt in 200-2, Kap. 8.1.1kein direktes Gegenstück, Modellierung je Asset
Zertifizierungbis 30.11.2031Anträge ab 01.01.2027
Zeitplan

Fahrplan nach Re-Zertifizierungszyklus

Re-Zertifizierung 2027 oder 2028

Sie können beim klassischen IT-Grundschutz bleiben und den Wechsel im folgenden Zyklus planen. Oder Sie steigen als Early Adopter ein. Das lohnt sich vor allem, wenn Ihre Geschäftsprozesse bereits sauber dokumentiert sind.

Re-Zertifizierung 2029 bis 2031

Nutzen Sie die Zeit bis dahin für Prozesslandkarte, Asset-Erfassung und Risikomethode. Die letzte Re-Zertifizierung nach klassischem IT-Grundschutz muss so liegen, dass der Wechsel vor dem 30.11.2031 gelingt.

Ohne Zertifikat

Für ISMS ohne Zertifizierungsdruck gilt: Neue Teile direkt nach 300-1 aufbauen, Bestehendes schrittweise überführen.

Kap. 2.5

Die Brücke über das Notfallmanagement

Kapitel 2.5 des BSI-Standards 300-1 nennt bestehende Managementsysteme, ausdrücklich das BCMS, als Quelle für die Identifizierung der Geschäftsprozesse. Wer nach BSI-Standard 200-4 eine Business-Impact-Analyse durchgeführt hat, kennt seine zeitkritischen Prozesse und deren Abhängigkeiten bereits.

Der BSI-Standard 200-4 wird durch 300-1 nicht ersetzt. Beide setzen am Geschäftsprozess an: Grundschutz++ für den Schutzbedarf, 200-4 für die BIA. Führen Sie BIA und Prozesslandkarte zusammen: Das ist der kürzeste Weg vom klassischen IT-Grundschutz zu Grundschutz++. Überlappungen im Detail →

Prüfliste

Fünf Fragen für Betreiber

  1. Zyklus: Wann steht Ihre nächste Re-Zertifizierung an, und wann muss der Wechsel spätestens erfolgen?
  2. Prozesse: Sind die Geschäftsprozesse im Anwendungsbereich dokumentiert, mit Bezug zu den Institutionszielen?
  3. Assets: Können Sie jedes relevante Asset einem Geschäftsprozess und einer Zielobjektkategorie zuordnen?
  4. Risikomethode: Erfüllt Ihre heutige Methode die 35 Mindestkriterien aus Anhang 3?
  5. Werkzeug: Kann Ihr ISMS-Tool den Anwenderkatalog im Format OSCAL verarbeiten?

Umstieg planen, Audit vorbereiten, Team qualifizieren.

Erstgespräch mit Erik Gremeyer, BSI-zertifizierter Auditteamleiter für ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz. Schreiben Sie an info@atm-consulting.com.