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Begriffe
- Anforderungspaket
- Gesamtheit der Anforderungen, die sich aus den Zielobjektkategorien aller Assets eines Informationsverbunds und den Anforderungen ohne Zielobjektkategorie ergibt (BSI-Standard 300-1, Kap. 3.4).
- Anwenderkatalog
- Katalog der Anforderungen von Grundschutz++ in der Stand-der-Technik-Bibliothek, maschinenlesbar im Format OSCAL. Er löst das IT-Grundschutz-Kompendium ab.
- A5
- AI Audit and Assurance Assessment Architecture des BSI, Prüfrahmen für KI-Systeme auf Basis von ISAE 3000, derzeit als Community Draft.
- Blaupause
- Vorgefertigter Katalog von Anforderungen für ein bestimmtes Anwendungsszenario. Kann für bestimmte Institutionen verpflichtend sein (Kap. 3.3).
- Business-Impact-Analyse (BIA)
- Analyse der Auswirkungen eines Ausfalls von Geschäftsprozessen im Business Continuity Management nach BSI-Standard 200-4. Gute Grundlage für die Prozessidentifikation nach Grundschutz++.
- C5
- Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue des BSI für Cloud-Anbieter, geprüft als Testat nach ISAE 3000.
- Cloud-Publikations-Map
- Übersicht des BSI vom 16.10.2026, die 18 Cloud-Publikationen einordnet und zeigt, wo der C5-Nachweis verbindlich wird.
- Early Adopter
- Erfahrene Institutionen, die Grundschutz++ früh einführen. Zielgruppe der Version 1.0 des BSI-Standards 300-1; die Early-Adopter-Phase läuft laut BSI bis Ende 2027.
- Geschäftsprozess
- Ausgangspunkt von Grundschutz++. Geschäftsprozesse werden identifiziert, dokumentiert und mit einem Schutzbedarf versehen (Kap. 2.5, 2.6). Sie sind zugleich die Basis der Business-Impact-Analyse nach BSI-Standard 200-4.
- Stand der Technik
- Bewährte, am Markt verfügbare Maßnahmen, die das gesetzlich geforderte Sicherheitsniveau erreichen. Das BSI veröffentlicht ihn für Grundschutz++ im Anwenderkatalog; zur Bestimmung im Einzelfall hilft die Handreichung des TeleTrusT.
- Harmonized Structure
- Gemeinsame Gliederung der ISO-Managementsystemnormen mit den Kapiteln Kontext, Führung, Planung, Unterstützung, Betrieb, Bewertung der Leistung und Verbesserung; früher High Level Structure.
- Internal Control Framework (ICF)
- Internes Kontrollsystem einer Organisation. Stellt sicher, dass Kontrollen angemessen gestaltet und im Betrieb wirksam sind.
- Master Control Framework (MCF)
- Gemeinsamer Kontrollkatalog einer Organisation, der auf mehrere Regelwerke gemappt ist, damit ein Nachweis mehrfach genutzt werden kann.
- Mindestkriterien
- Die 35 verbindlichen Kriterien in Anhang 3 des BSI-Standards 300-1, die jede frei gewählte Methode der Risikobetrachtung erfüllen muss.
- MUSS, SOLLTE, KANN
- Modalverben der Anforderungen. MUSS ist verpflichtend ohne Risikoakzeptanz, SOLLTE erlaubt begründete Nichterfüllung mit Risikobetrachtung, KANN ist optional (Kap. 4.1.2).
- normal-SdT
- Sicherheitsniveau „normal (Stand der Technik)“ im Anforderungspaket. Alternative ist das Sicherheitsniveau „erhöht“ mit KANN-Anforderungen.
- OSCAL
- Open Security Controls Assessment Language. Vom NIST entwickeltes Format für maschinenlesbare Sicherheitsanforderungen, Umsetzungen und Prüfungen.
- Parameter
- Variabel gestaltbares Element einer Anforderung, zum Beispiel „regelmäßig“. Wird bei oder nach der Erstellung des Anforderungspakets konkretisiert (Kap. 3.5).
- Schutzbedarf
- Bewertung je Geschäftsprozess mit den Kategorien „normal“ und „hoch“. Ersetzt die bisherigen drei Kategorien des IT-Grundschutzes.
- Stand-der-Technik-Bibliothek
- Öffentliche Bibliothek des BSI auf GitHub mit Control, Implementation und Assessment Layer. Enthält den Anwenderkatalog Grundschutz++.
- Umsetzungsstatus
- Status je Anforderung: „erfüllt“, „nicht erfüllt“ oder „nicht anwendbar“ (Kap. 4.1.1).
- Testat (IT-Grundschutz)
- Bestätigung der Umsetzung einer Vorgehensweise nach klassischem IT-Grundschutz, etwa der Basis-Absicherung, unterhalb einer ISO-27001-Zertifizierung. Häufig Voraussetzung in Förderprogrammen für Kommunen.
- WiBA
- Weg in die Basis-Absicherung: Checklisten des BSI für Organisationen ohne ISMS, insbesondere Kommunen, als Einstieg in die Basis-Absicherung.
- Zielobjektkategorie
- Standardisierte Klasse wie Anwendungen oder IT-Systeme, der Assets zugeordnet werden. Zielobjektkategorien sind hierarchisch und in Anhang 1 definiert.